Wer waren die Menschen in unserer Stadt zwischen 1933 und 1945? Dieser Frage geht die 10. Klasse gemeinsam mit ihrem Lehrer Herrn Damm nach – nicht im Klassenraum, sondern dort, wo Wesselburens Geschichte aufbewahrt wird.
Geschichte wird greifbar, wenn sie Namen und Gesichter bekommt. Im Projekt „Wesselburen im Nationalsozialismus“ erforschen unsere Zehntklässlerinnen und Zehntklässler, wie sich die NS-Zeit auf das Leben in unserer Stadt ausgewirkt hat. Im Mittelpunkt stehen dabei nicht die großen Daten aus dem Schulbuch, sondern einzelne Menschen von hier.
Zwei Schultage im Hebbelmuseum
Für zwei Schultage verlegte die Klasse ihren Unterricht ins Hebbelmuseum. Der Leiter des Museums, Rüdiger Möller, begleitete die Jugendlichen dabei persönlich: Er gab Einblicke in die Geschichte Wesselburens, zeigte, wie man mit historischen Dokumenten arbeitet, und stand bei Fragen zur Seite. So erlebten die Schülerinnen und Schüler, wie echte historische Forschung funktioniert – mit Geduld, genauem Hinsehen und der Bereitschaft, auch Lücken auszuhalten.



Eine Biografie pro Gruppe
In Gruppen widmet sich die Klasse jeweils einem Bürger oder einer Bürgerin Wesselburens und zeichnet deren Lebensweg in der NS-Zeit nach. Dafür recherchieren die Jugendlichen in Fachliteratur und werten Quellen aus der Zeit selbst aus: Dokumente, Zeitungsberichte und weitere Zeugnisse, die zeigen, wie Menschen in unserer Stadt gelebt, gehandelt und gelitten haben.
Dabei lernen sie, Quellen kritisch zu lesen, Informationen abzuwägen und aus vielen Puzzleteilen ein stimmiges Bild zusammenzusetzen. Und sie merken: Hinter jeder Akte steht ein Mensch, dessen Geschichte erzählt werden will.
Ziel: eine Ausstellung für Wesselburen
Am Ende steht eine Ausstellung, in der die Gruppen ihre Biografien vorstellen. Zuerst wird sie der Schulöffentlichkeit gezeigt, anschließend ist sie im Hebbelmuseum für alle Interessierten zugänglich. So wird aus dem Unterrichtsprojekt ein Beitrag zur Erinnerungskultur unserer Stadt.Wir danken dem Hebbelmuseum und seinem Leiter Rüdiger Möller herzlich für die Zusammenarbeit – und freuen uns schon jetzt darauf, die Ergebnisse zu sehen. Den Termin der Ausstellungseröffnung geben wir rechtzeitig hier bekannt.