Anti-Mobbing

Mobbing und Cybermobbing - Gemeinsam mit der Schule gegen Mobbing aktiv werden!

Auslachen, Schimpfwörter benutzen, Lästern, Gerüchte verbreiten, Ausgrenzen, Ignorieren, Sachen verstecken oder beschädigen und andere Schikanen, gehören in mehr oder weniger starker Ausprägung heute leider zum Schulalltag. Aber nicht jedes Schimpfwort, jeder Streit, oder jede körperliche Auseinandersetzung ist Mobbing.

Sehr viele Schüler*innen besitzen Smartphones und haben Zugang zum Internet. Die digitale und die reale Welt sind eng miteinander verbunden. Daher sind Mobbing und Cybermobbing meistens nicht voneinander zu trennen. Über den Weg des Internets bestehen weniger Hemmungen, andere Personen durch Beleidigungen, Belästigungen, Bloßstellen, Bedrohungen, bis hin zur Gründung von Hassgruppen, z.B. über Whats-App.

Mobbing in der Schule wird häufig online weitergeführt. Oder es startet im digitalen Raum und wird in der Schule fortgesetzt.

Absichtliche Verletzungen sind Formen der Gewalt. Allerdings werden sie erst dann zu Mobbing, wenn sie wiederholt und systematisch auftreten, die Betroffenen sich nicht wehren können und es der Machtausübung Einzelner in der Klasse dient.

Häufig vertrauen sich betroffene Kinder und Jugendliche Erwachsenen nicht an. Allein können sie die Situation jedoch nicht lösen. Umso wichtiger ist es, dass Schule und Eltern gemeinsam Lösungen finden.

Warum mobben Kinder und Jugendliche?

  • Langeweile / Drang nach Abwechslung
  • Spaß auf Kosten anderer haben wollen
  • Wut und Ärger an anderen abreagieren
  • Macht und Kontrolle über andere ausüben
  • eigene Schwächen und Angst durch Abwertungen anderer kompensieren
  • Neid auf andere
  • Mangelnde Konfliktlösefähigkeit
  • Anerkennung in der Klasse bekommen
  • Rache dafür, selbst einmal Mobbingopfer gewesen zu sein
  • Nachahmung von Medieninhalten (Gewalt, Macht, Erniedrigung)
  • ein familiäres Umfeld, dass Kindern und Jugendlichen wenig Interesse entgegenbringt
  • eine machtbetonte Erziehung
  • aggressives und rücksichtsloses Verhalten wird toleriert und als „normal“ erlebt

So können Sie Ihr Kind stärken – Mobbing vorbeugen!

Eine Erziehung, die von Vertrauen geprägt ist, einfühlsam ist, aber auch Grenzen setzt, trägt zur Entwicklung eines gesunden Selbstbewusstseins bei.

  • Hören Sie ihrem Kind aufmerksam zu, wenn es von der Schule erzählt und fragen Sie ob in der Schule alles in Ordnung ist.
  • Nehmen Sie sich Zeit und bieten Sie Ihrem Kind bei Kummer Hilfe an.
  • Bieten Sie Ihrem Kind Unterstützung an, wenn etwas nicht so gut gelungen ist
  • Seien Sie ein Vorbild im Umgangston und in der Klärung von Konflikten.
  • Ermutigen Sie Ihr Kind, Mobbingvorfälle in der Klasse nicht zu ignorieren, sondern die Betroffenen zu unterstützen und Lehrkräfte und Schulsozialarbeit zu informieren. Hilfe holen ist kein Petzen!
  • Reden Sie mit Ihrem Kind über einen „fairen“ Austausch über Smartphone und Internet.
  • Besprechen Sie mit Ihrem Kind, wie man das Risiko verringern kann, Opfer von Cybermobbing zu werden, indem man z.B. seine Fotos und Daten nicht öffentlich zugänglich macht.
  • Vereinbaren Sie mit Ihrem Kind, dass es Ihnen mitteilt, wenn es Cyberattacken gegen sich selbst oder Mitschüler*innen bemerkt.
  • Seien Sie selbst ein Vorbild im Umgang mit dem Smartphone.
  • Halten Sie den Kontakt zu Lehrkräften und Schulsozialarbeit in der Schule. Nutzen Sie Elternabende und Sprechzeiten. Erkundigen Sie sich nicht nur nach Noten, sondern auch nach dem Sozialverhalten und der Einbindung Ihres Kindes in die Klassengemeinschaft.

Mobbing beenden – Unterstützen Sie Ihr Kind – es braucht Sie!

Geht es Ihrem Kind aufgrund eines Mobbinggeschehens nicht gut, ist es wichtig für das Kind wichtig zu erleben, dass Sie als Eltern in dieser Situation unterstützend und stärkend an seiner Seite stehen. Es ist eine besondere emotionale Belastung und Herausforderung, wenn das eigene Kind von Mobbing betroffen ist. Handeln Sie achtsam und besonnen, auch wenn es angesichts der Situation schwerfällt. Genaues Nachfragen ist ebenso wichtig wie gut überlegte Maßnahmen, die am besten mit dem/der Schüler*in, mit Lehrkräften und der Schulsozialarbeit der Schule erfolgen.

  • Wenn Sie der Meinung sind, dass Ihr Kind von Mobbing betroffen ist, benachrichtigen Sie bitte sofort die Schule und sprechen Sie mit der Klassenlehrkraft. Überlegen Sie gemeinsam Maßnahmen, die Ihrem Kind helfen und die geeignet sind, innerhalb und außerhalb der Schule zu unterstützen.
  • Beziehen Sie die Schulsozialarbeit mit ein. Die Fachkraft kann Einzelgespräche mit Ihrem Kind und anderen Betroffenen führen.
  • Nehmen Sie Beratung und Hilfe in Anspruch, wenn Ihr Kind sehr unter der Situation leidet und starke psychosomatische Beschwerden hat, z.B. Schulpsychologischer Dienst, Erziehungsberatungsstelle, Kinder- und Jugendpsychotherapeut*innen.
  • Notieren Sie, was ist wann, wo, wie passiert und wer war daran beteiligt! Gibt es Personen, die dies bezeugen können?
  • Sichern Sie Cybermobbingvorfälle mit Screenshots. So haben Sie die Möglichkeit, die Lehrkraft, Schulsozialarbeit, Polizei etc. über die Art und das Ausmaß zu informieren.
  • Raten Sie Ihrem Kind nicht zurückzuschlagen, weder körperlich noch mit Worten. Das würde die Schwierigkeiten nur noch vergrößern und den „Mobbenden“ Begründungen für weitere Attacken liefern.
  • Wenn Ihr Kind über das Smartphone oder Internet gemobbt wird, sollte Ihr Kind auf keinen Fall auf Angriffe antworten, da dies die Mobbenden zum Weitermachen ermutigt.
  • Sperren Sie die Adressen der Mobbenden.
  •  Informieren Sie den Provider oder Forenbetreiber und fordern Sie die Entfernung oder Sperrung. Oftmals ist ein vollständiges Löschen von Seiten des Anbieters jedoch nicht möglich.
  • Bilder, Filme oder Nachrichten, die über Smartphone-Apps verschickt wurden, befinden sich zusätzlich auf allen Geräten, die diese Nachricht erhalten haben.
  • Sorgen Sie für Erfolgserlebnisse und Anerkennung außerhalb von Schule, z.B. Sport, Angebote der Jugendarbeit, gemeinsame Unternehmungen mit Familie, Freundinnen und Freunden.

Tipps für Betroffene

Meistens dauert es eine gewisse Zeit, bis Fachkräfte etc. informiert sind und Abhilfe erfolgt. Bis dahin helfen bestimmte Verhaltensweisen, sich gegen Mobbingschikanen zu wehren. Die folgenden Tipps ersetzen nicht die schulischen Maßnahmen gegen Mobbing.

  • Deutlich und bestimmt dem Mobber oder der Mobberin in die Augen sehen und sagen: „Ich will das nicht, hör` sofort auf damit!“
  • Ohne erkennbare Hektik weggehen.
  • Dem Mobber oder der Mobberin und deren Clique nach Möglichkeit aus dem Weg gehen.
  • Auf dem Weg zur Schule nicht allein gehen, sondern sich anderen anschließen.
  • Verletzende Ausdrücke ignorieren.
  • Hilfe holen! Das ist kein Petzen, sondern dein Recht!
  • Mitschüler*innen um Hilfe bitten.
  • Keine wertvollen Sachen mit in die Schule nehmen.
  • Selbstsichere Körperhaltung erlernen.
  • Selbstwertgefühl stärken, z.B. durch ermutigende Sätze: „Ich bin okay!“
  • Entspannungstechniken erlernen, die den Stress mindern.
  • Kontakt zur Lehrkraft und Schulsozialarbeit aufnehmen.
  • Sich Freundinnen oder Freunden anvertrauen.
  • Mobbingtagebuch führen.

(zusammengestellt aus: Sonst bist du dran / AKJS)

Rat und Hilfe

https://www.gemeinsam-klasse-sein.de/anti-mobbing/projektinformationen/erklaerfilm-zum-projekt-gemeinsa-klasse-sein-2089152

www.klicksave.de

Cyber-Mobbing-Erste-Hilfe App zum Download

www.schueler-gegen-mobbing.de

Chat und Forum, Hilfe, Beratung, Information

www.mobbing-schluss-damit.de

Hilfe, Beratung, Austausch, Materialien

www.juuuport.de

Anonyme Beratung und praktische Online-Tipps

www.hast-du-stress.de

Regionalisierte Hilfeadressen, Krisentelefon und Online Beratung

www.nummergegenkummer.org

Kinder- und Jugendtelefon (anonym und kostenlos vom Festnetz und mobil) 11611 oder online

schulpsychologie@dithmarschen.de

Schulpsychologischer Dienst Dithmarschen (montags – donnerstags: 0481- 971523)

www.eltern.bke-beratung.de

Online Beratung für Eltern, moderierte Foren, Adressen von Beratungsstellen

www.elterntelefon.org

Elterntelefon (anonym und kostenlos vom Festnetz und mobil) 0800-1110550 oder online

"Gemeinsam gegen Mobbing", Ida Karstens und Laura Hansen (beide 7e) präsentieren ihre Anti-Mobbing-Plakate (Schuljahr 2021/2022)