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Lernen von Finnland mit Erasmus+

Schule als Ort zum Lernen und Wohlfühlen

Vom 6. bis 12. September 2026 nahm eine sechsköpfige Delegation aus Dithmarschen an einem Erasmus+ Jobshadowing in Finnland teil. Initiiert wurde die. Reise von der Eider-Nordsee-Schule. Ziel der Reise war es, den finnischen Schulalltag kennenzulernen, Unterricht zu beobachten und neue Impulse für die Schulentwicklung zu sammeln. Neben Schulleiter Thorsten Rode, Koordinatorin Nele Schleicher und Englischlehrerin Ulrike Schillinger nahmen der Schulrat Matthias Claussen, die stellvertretende Schulleiterin der GMS Heide-Ost Heidi Geiler und der Schulleiter der GHOs Matthias Heidenreich teil.


An verschiedenen Schulen in Vääksy und der Region Lahti erhielten wir umfassende Einblicke in das finnische Bildungssystem. Besonders beeindruckt hat uns die ruhige und wertschätzende Atmosphäre. Lernen, Bewegung, Erholung und Wohlbefinden werden hier selbstverständlich zusammengedacht.

Offene Lernbereiche, flexibel nutzbare Räume, Rückzugsmöglichkeiten sowie gemütlich gestaltete Aufenthaltsbereiche prägen die Schulgebäude. Auch für die Lehrkräfte gibt es ansprechend eingerichtete Räume, die Austausch, gemeinsames Arbeiten und bewusste Pausen ermöglichen.


Selbstständigkeit und Verantwortung

Im Unterricht erlebten wir Schülerinnen und Schüler, die selbstständig arbeiteten und Verantwortung für ihren Lernprozess übernahmen. Lehrkräfte verstanden sich dabei nicht nur als Wissensvermittelnde, sondern vor allem als Lernbegleitende. Differenzierung, projektorientiertes Lernen und die Beteiligung der Kinder und Jugendlichen gehören selbstverständlich zum Schulalltag. Gleichzeitig begegneten sich Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte mit großer Ruhe und gegenseitigem Vertrauen.

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Frage, wie Schulen mit unterschiedlichen Lernvoraussetzungen umgehen. Im finnischen Schulsystem wird lange gemeinsam gelernt. Unterstützung findet möglichst frühzeitig und direkt im Schulalltag statt.

Robotics in Riihimäki

Ein besonderer Programmpunkt war der Besuch in Riihimäki. Dort erhielten wir spannende Einblicke in den Bereich Robotics. Schülerinnen und Schüler beschäftigen sich praxisnah mit Robotik, Programmierung, Technik und kreativen Problemlösungen. Besonders beeindruckend war, wie selbstverständlich digitale Bildung mit Teamarbeit und eigenständigem Forschen verbunden wird. Die Lernenden entwickeln eigene Ideen, erproben verschiedene Lösungswege und lernen, auch mit Fehlern konstruktiv umzugehen.

Der Bereich Robotics bietet zahlreiche Anknüpfungspunkte für die weitere MINT-Entwicklung an der Eider-Nordsee-Schule. Mit der Schule in Riihimäki sind deshalb gemeinsame Projekte angedacht, bei denen finnische und deutsche Schülerinnen und Schüler miteinander forschen, entwickeln und programmieren können.


Die Aviation Class in Vääksy

Auch die Aviation Class in Vääksy war ein beeindruckendes Beispiel für projektorientiertes und lebensnahes Lernen. In dieser besonderen Klasse setzen sich die Schülerinnen und Schüler intensiv mit den Themen Luftfahrt, Technik und Naturwissenschaften auseinander.´

Dabei werden verschiedene Unterrichtsfächer miteinander verbunden. Die Jugendlichen übernehmen Verantwortung, arbeiten gemeinsam an anspruchsvollen Aufgaben und erhalten einen authentischen Einblick in technische und berufliche Zusammenhänge. Dazu kommen die aus ganz Finnland nach Vääksy.

Auch mit der Schule in Vääksy möchten wir die Zusammenarbeit weiter ausbauen. Erste Ideen für gemeinsame Erasmus+-Projekte und Begegnungen von Schülerinnen und Schülern sind bereits entstanden.


Viele Ideen für die Eider-Nordsee-Schule

Während des Jobshadowings beschäftigten wir uns unter anderem mit folgenden Fragen:

  • Wie können Lernzonen noch ansprechender und funktionaler gestaltet werden?
  • Wie lässt sich selbstständiges und projektorientiertes Lernen weiter stärken?
  • Wie können Schülerinnen und Schüler stärker an Entscheidungen beteiligt werden?
  • Wie entstehen Räume, in denen sich Lernende und Lehrkräfte gleichermaßen wohlfühlen?
  • Wie können multiprofessionelle Teams gut zusammenarbeiten?
  • Welche Möglichkeiten gibt es, das soziale und emotionale Wohlbefinden stärker in den Schulalltag einzubeziehen?

Viele der finnischen Ansätze passen sehr gut zu den Entwicklungen an unserer Schule – insbesondere zu unserer Segelzeit, dem Lerncoaching, der Arbeit in unterschiedlichen Lernzonen und dem gemeinsamen Lernen.

Austausch über Ländergrenzen hinweg

Neben den Schulbesuchen blieb Zeit für intensive Gespräche mit unseren finnischen Gastgeberinnen und Gastgebern. Dabei entstanden bereits erste Ideen für zukünftige gemeinsame Projekte, weitere Begegnungen sowie mögliche Mobilitäten von Schülerinnen und Schülern. Auch das kulturelle Programm gehörte zum Jobshadowing: Besuche in Lahti, Porvoo und Helsinki sowie Begegnungen mit der finnischen Natur rundeten die erlebnisreiche Woche ab.

Wir kehren mit vielen Eindrücken, neuen Kontakten und einer großen Portion Motivation zurück. Finnland hat uns gezeigt, wie Schule zu einem Ort werden kann, an dem Lernen, Gemeinschaft, Vertrauen und Wohlbefinden eng miteinander verbunden sind.

Ein herzliches Dankeschön gilt unseren finnischen Partnerschulen und allen Gastgeberinnen und Gastgebern für ihre große Offenheit, die herzliche Aufnahme und die vielen wertvollen Einblicke.

Das Jobshadowing wurde durch das europäische Bildungsprogramm Erasmus+ ermöglicht.